WBG blickt auf ein spannendes Geschäftsjahr mit vielen neuen Aufgaben zurück

Sylvia Weiß, Vorsitzende des WBG-Aufsichtsrates eröffnete die Vertreterversammlung und konnte 61 Vertreter sowie weitere Ersatzvertreter und Gäste begrüßen. Die Versammlung fand am 28.06.2023 im „Parkcafé“ der Festhalle Ilmenau statt.

Im anschließenden Bericht des Vorstandes starteten Dorit Held und Peter Sattler mit den aktuellen Herausforderungen. „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird.“ Herr Sattler zitierte § 3 Straßenverkehrs-Ordnung und verwies auf die aktuelle Gesetzgebungsgeschwindigkeit. Diese machte es nicht einfach, die WBG auf Kurs zu halten und vor allem perspektivisch auszurichten. „Aber es ist uns gelungen. Auch 2022 schließt mit einem, wenn auch kleinen Gewinn.“ Damit kann allen Mitgliedern eine Dividende von 2,5 % auf ihr Geschäftsguthaben gezahlt werden.

Laut aktueller Wirtschaftsprognosen sind Inflation, Mieten und Energiepreise wieder rückläufig. Dies klingt auf den ersten Blick gut. Jedoch auch Wachstum und Kraft der deutschen Wirtschaft sinken und bleiben perspektivisch sogar hinter dem EU-Durchschnitt zurück. Außerdem wird Bauen immer teurer.

Die WBG hat in den letzten Jahren viel und gut investiert. Ihre Gebäude gehören energetisch betrachtet zum besten Drittel deutschlandweit und sind Dank Ilmenauer Fernwärme bereits heute in weiten Teilen klimaneutral. Mit der angestrebten Wärmewende warten in den nächsten Jahren dennoch weitere große Aufgaben und Investitionen.

Zum Jahresende 2022 lag die WBG-Durchschnittsmiete von 5,01 Euro je m² deutlich unter dem Durchschnitt Thüringer Wohnungsgenossenschaften und kommunaler Wohnungsgesellschaften (5,35 Euro je m²).

Nach Sanierungen wurden durchschnittlich 1,6 % statt der gesetzlich möglichen 8 % der Modernisierungskosten umgelegt. Damit fördert die WBG ihre Mitglieder und agiert sozial verantwortbar.

Frau Held zeigte und erläuterte die sehenswerten Investitionen der WBG. Schwerpunkte 2022 waren die energetische Innensanierung, Fassadensanierungen, Balkonvorbauten sowie die Gestaltung barrierefreier Hauszugänge.

Auch in den nächsten fünf Jahren hat die WBG große Vorhaben geplant. Im Herbst soll nun endlich der Neubau „Schortehof“ starten. Gleichzeitig sind neben den bekannten Schwerpunkten Investitionen in erneuerbare Energien geplant. Sie gab aber auch einen Ausblick in weitere Zukunft und stellte Projektideen der WBG zu den Quartieren „Fischerhütte“, „Güterbahnhof Langewiesen“ und „Schlossmauer“ vor.

Frau Weiß berichtete über Aufgaben und Tätigkeiten des Aufsichtsrates. Schwerpunkt 2023 waren energetische Projekte der WBG sowie das Förderprojekt „Schortehof“. Während der Bauausschuss die Lösung eines barrierefreien Hauszugangs für die Wohngebäude „Am Stollen“ beleuchtete, nahm der Prüfungsausschuss das interne Kontrollsystem zum Jahresabschluss unter die Lupe.

Sie dankte den Aufsichtsratsmitgliedern für Ihr Engagement und das Miteinander. Auch für die Zukunft bleibt es Aufgabe für den Aufsichtsrat, sich mit aktuellen Entwicklungen in der Wohnungswirtschaft sowie Entwicklungen in der Gesetzgebung zu beschäftigen.

Herr Sattler verlas das zusammengefasste Prüfungsergebnis. Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V., Erfurt (vtw) attestierte der WBG gute Zahlen und eine ordnungsgemäße Geschäftsführung. So wurden der Jahresabschluss 2022 durch die Vertreter festgestellt, eine Gewinnausschüttung beschlossen sowie Aufsichtsrat und Vorstand für 2022 entlastet.

Satzungsgemäß endeten 2023 die Amtszeiten von Frau Veronika Marquardt, Herrn Mario Schäfer und Herrn Karsten Watterott. Daneben legte Herr Michael Kube zur Versammlung sein Mandat nieder und schied ebenfalls aus dem Aufsichtsrat aus. Als Prüfungsdirektor des vtw wird er jedoch der WBG weiter verbunden bleiben. Für diese neue berufliche Herausforderung wünschte ihm Frau Weiß viel Erfolg.

Frau Marquardt, Herr Schäfer und Herr Watterott stellten sich der Wiederwahl. Mit Herrn Sven Hauschild kandidierte ein erfahrener Wirtschaftsfachmann neu für den Aufsichtsrat. Alle vier Kandidaten wurden anschließend von den Vertretern in den Aufsichtsrat gewählt.

WBG-Aufsichtsrat v.l.n.r.: Dr. Jürgen Freundel, Sven Hauschild, Veronika Marquardt, Karsten Watterott, Mario Schäfer, Sylvia Weiß, Dr. Klaus Müller

Im Mittelpunkt der abschließenden Diskussion standen vor allem die Themen Entsorgung von Wertstoffen, Glasfaserausbau und Nutzung erneuerbarer Energien.

Jürgen Belonoschko und Andreas Böhme wiesen auf Probleme bei der Entsorgung von Wertstoffen und Papier hin. Durch Abzug der gelben und blauen Tonnen durch den Abfallwirtschaftsbetrieb des Ilm-Kreises auf Sammelplätzen der Stadt Ilmenau fällt es zunehmend schwerer, Wertstoffe richtig zu entsorgen. Dies führt zu Fehlbefüllungen und Vermüllung von WBG-Sammelplätzen oder zu Platzproblemen, wenn zusätzliche gelbe und blaue Tonnen gestellt wurden.
Herr Sattler informierte, dass die WBG dies beobachtet und weiterhin gelbe und blaue Tonnen auf Müllstellplätzen nachrüstet. Daneben wird geprüft, zusätzliche Müllstellplätze zu installieren, auf denen Wertstoffe und Papier pro Wohngebiet bzw. Quartier entsorgt werden kann.

Michael Häbler informierte, dass am Burgstein in Langewiesen mittlerweile Glasfaser im Haus und bis in das Haus installiert wurde, leider jedoch seit nunmehr 12 Monaten keine Nutzung möglich ist.
Frau Held bestätigte dies und sagte, dass die WBG mit dem ausbauenden Provider, Thüringer Netkom GmbH, in Kontakt steht. Tatsächlich kann die Thüringer Netkom keinen Anschlusstermin benennen. Dies macht sie vom Gesamtausbau in Langewiesen abhängig. Dazu informierte Herr Dr. Ullrich, dass es auch bei Anschlüssen der Deutsche Telekom AG auf der „Pörlitzer Höhe“ zu langen Wartezeiten kommt.

Uwe Elßner, Andreas Fischer und Thomas Trier erkundigten sich zu den Projektideen der WBG zur Nutzung erneuerbarer Energien (Balkonkraftwerke und Solardächer, Nutzung klimaneutraler Fernwärme) und baten, dies zu einem künftigen Investitionsschwerpunkt zu machen.

Frau Held erläuterte den aktuellen Leitfaden der WBG zur Installation von Balkonkraftwerken und gab einen Ausblick auf die aktuell geplanten Gesetzesänderungen. Diese sollen voraussichtlich ab Herbst die Installation sowie den Anschluss erleichtern und es kostengünstiger machen. Herr Sattler informierte, dass die WBG verschiedene Modelle zur solaren Stromerzeugung prüft. Dabei favorisiert man aktuell die Einspeisung als Allgemeinstrom und setzt dies erstmals in der Richard-Bock-Straße 4 um. Parallel werden Modelle zur Netzeinspeisung auch in Kooperation mit der Stadtwerke Ilmenau GmbH untersucht.

Dank guter Zahlen und einem positiven Votum zog Frau Weiß ein gelungenes Fazit und schloss die Vertreterversammlung.