Am 30. Juni 2021 fand die ordentliche Vertreterversammlung der WBG im neu erstrahlten „Parkcafé“ statt und ein Vertreter freute sich besonders. „So sehe ich mal den Raum, in welchem sich meine Eltern beim „Tanztee“ kennengelernt haben.“

Es war nicht nur Neugier, diesen neu und sehr schön gestalteten Versammlungsort zu wählen. Das Parkcafé bietet ausreichend Raum, um in Zeiten des Infektionsschutzes eine solche Versammlung zu planen. Gern hätten wir, wie in vergangenen Zeiten auch die Ersatzvertreter, die neu gewählten Vertreter und Ersatzvertreter sowie Gäste eingeladen. Doch pandemiebedingt war dies leider nicht möglich und es galt diesmal, „so viel wie nötig – aber dafür persönlich“.

Frau Sylvia Weiß, Vorsitzende des WBG-Aufsichtsrates konnte 52 Vertreter begrüßen, die nun zu den ersten Gästen nach Umbau der Ilmenauer Festhalle zählen.

Die beiden Vorstände Frau Dorit Held und Herr Peter Sattler begannen ihren Bericht mit einer Aussage der Konrad Adenauer Stiftung. „Genossenschaften sind flexibel sowie praxisorientiert und damit das perfekte Modell für lebenswerte ländliche Räume“. 2020 war ein definitiv anderes und dennoch erfolgreiches Geschäftsjahr. 10,5 Mio. Euro investierte die WBG in den Wohnungsbestand. Die Zahlen stimmen und so erhalten alle Mitglieder eine Dividende von 2,5 % auf ihr Geschäftsguthaben.

Mit 3.985 Mitgliedern, 3.610 Wohnungen sowie 370.265 m² Grund und Boden ist die WBG eine der größten Wohnungsbaugenossenschaften in Thüringen. Die Vermietungsquote lag im Jahr 2020 bei 95,3 %. Nach Modernisierungen und Neubau stieg die WBG-Durchschnittsmiete auf 4,93 Euro je m² Wohnfläche an. Dazu kommen durchschnittliche kalte Betriebskosten von 1,39 Euro und warme Betriebskosten von 0,66 Euro je m². „Damit sind WBG-Wohnungen bezahlbar.“ betonte Herr Sattler.

„Diese Investitionen können sich sehen lassen.“ Frau Held zeigte und erläuterte die Schwerpunkte neue Aufzüge, energetischer Innensanierung, Fassadensanierungen, Balkonvorbauten und Gestaltung des Wohnumfeldes, wie z.B. Am Stollen 18 bis 23 und 24 bis 29 in Ilmenau und der Gartenstraße 25/27 in Schmiedefeld sowie den Neubau Kindergarten „Fischerboot“.

Auch in den nächsten fünf Jahren hat die WBG Großes vor. Geplant sind Investitionen im Gesamtumfang von 52,4 Mio. Euro.

Die WBG steht immer noch in den Startlöchern, um mit dem Neubau „Schortehof“ zu beginnen. Geplant sind 39 sozial geförderte Wohnungen zwischen 45 und 90 m² als günstiger Wohnraum für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen in verschiedenen Lebensphasen. Ins Erdgeschoss sollen ein Nachbarschaftscafé, eine Tagespflege der Diakonie, eine Apotheke und eine Physiotherapie einziehen, die als Orte der Begegnung und des Zusammenseins gelebt werden können und sollen.

Frau Weiß berichtete zu Handlungen und Schwerpunkten der Aufgaben und Tätigkeiten des Aufsichtsrates. Besonderes Augenmerk lag dabei die Wohnqualität der Mitglieder bei bezahlbaren Mieten zu sichern und die gute wirtschaftliche Lage auch in der Zukunft zu tragen. Während der Bauausschuss explizit die Vergabe von Instandhaltungsmaßnahmen und Grundrissänderungen beleuchtete, nahm der Prüfungsausschuss Versicherungsschutz und Jahresabschluss unter die Lupe.

Sie dankte den Aufsichtsratsmitgliedern für Ihr Engagement, die Schulungsreihe zum „Zertifizierten Aufsichtsrat“ zu absolvieren. Damit konnte „das rechtliche Fachwissen sowie Kenntnisse in der Betriebswirtschaft, dem Rechnungswesen und Controlling entwickelt und gefestigt werden.“

Im Ergebnis der jährlichen Prüfung attestierte Jürgen Elfrich, Prüfungsdirektor des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V., Erfurt und Wirtschaftsprüfer der WBG gute Zahlen und eine ordnungsgemäße Geschäftsführung. Dabei verwies er darauf, dass die WBG im Thüringenvergleich weit überdurchschnittlich in ihren Gebäudebestand investiert und diesen dadurch zukunftsfähig macht. So wurden der Jahresabschluss 2020 durch die Vertreter festgestellt und eine Gewinnausschüttung beschlossen sowie Aufsichtsrat und Vorstand für 2020 entlastet.

Im Frühjahr verstarb unser Aufsichtsratsmitglied Volker Jentsch. Weiterhin zog sich Jochen Köditz gesundheitsbedingt nach fast zwanzig Jahren aus dem Aufsichtsrat zurück. Frau Weiß würdigte ihr ehrenamtliches Engagement.
Satzungsgemäß endeten 2021 die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder Dr. Jürgen Freundel und Dr. Klaus Müller. Beide stellten sich der Wiederwahl. Mit Michael Kube kandidierte ein neues WBG-Mitglied für dieses Amt. Alle Drei wurden von den Vertretern mit deutlichem Votum bestätigt.

Die abschließende Diskussion zeigte, dass es gut war, sich persönlich zu treffen – vor allem um zahlreiche Anfragen zu beantworten. Im Mittelpunkt standen vor allem die Themen Müll und Glasfaserausbau.

Frau Eva-Maria Kern bat, alle Mitglieder nochmals zur Mülltrennung und für Sauberkeit auf unseren Müllstellplätzen zu sensibilisieren. Dr. Eckhart Ullrich, Konstanze Bergander und Uwe Teufel bestätigten diese Problematik und zeigten damit, dass dies kein Einzelfall und damit in allen Wohngebieten ein Problem ist. Dabei kann konsequentes Mülltrennen Geld sparen. Vergleicht man die Betriebskosten, können rund 3,50 Euro pro Monat und Wohnung eingespart werden.

Frank Munsche, Andreas Böhme und Uwe Elßner stellten Fragen zum Glasfaserausbau. Dieser läuft aktuell auf Hochtouren. Frau Held gab gern ein Kompliment der ausführenden Baufirma weiter. Diese ist von der guten Zusammenarbeit unserer Mitglieder begeistert. Bundesweit läuft dies nicht immer so gut.

Zudem informierte sie nochmals zum Ausbau. Danach installiert die WBG vom Keller bis in die Wohnung ein eigenes Glasfasernetz. Damit können die Mitglieder ihren Anbieter frei wählen. Der Provider schaltet sich direkt hinter seinem Hausanschluss auf die Glasfaser der Wohnung auf. Alle Arbeiten sollen bis April 2022 abgeschlossen sein.

Herr Dr. Ullrich Enger und die Vertreter des Studierendenrates freuten sich über die veränderte Grundstückspflege mit mehr Blühanteilen und hatten auch noch weitere Vorschläge. Diese nahm die WBG gern auf und berichtete über die neue Mitgliederinitiative „Gießpaten“, welche helfen soll, das Blühflächen langfristig schön bleiben.

Dank guter Zahlen und einem positiven Votum zog Frau Weiß ein gelungenes Fazit und schloss die Vertreterversammlung.