Vertreterversammlung 2022

„Es überrascht mich, welchen neuen Problemen sich die WBG immer wieder stellen muss. Daran war zu meiner Zeit gar nicht zu denken.“, so Dr. Peter Frosch, langjähriges Vorstandsmitglied und nach ein paar Jahren Pause wieder Gast bei der WBG-Vertreterversammlung. Diese fand am 29.06.2022 im „Parkcafé“ der Festhalle Ilmenau statt.

Sylvia Weiß, Vorsitzende des WBG-Aufsichtsrates eröffnete und konnte 52 Vertreter sowie weitere Ersatzvertreter und Gäste begrüßen.

Die beiden Vorstände Dorit Held und Peter Sattler begannen in Ihrem Bericht mit unseren neuen Herausforderungen. Dies sind vor allem die stark steigenden Energie- und Baupreise. Dabei hat die WBG ihre Hausaufgaben bereits in den vergangenen Jahren gemacht. Ihre Gebäude gehören energetisch betrachtet zum besten Drittel deutschlandweit. Dennoch werden erhebliche Preiserhöhungen die Haushalte der Mitglieder belasten. Zumal die Politik aktuell weder einen Ausweg aus dem Energiewende-Dilemma hat noch Friedensgespräche in der Ukraine in Aussicht stehen.

Da ist es wenig tröstlich, dass 2021 für die WBG erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr war und allen Mitgliedern eine Dividende von 2,5 % auf ihr Geschäftsguthaben gezahlt werden kann. Zudem liegt die WBG-Durchschnittsmiete von 4,97 Euro je m² deutlich unter dem Durchschnitt Thüringer Wohnungsgenossenschaften und kommunaler Wohnungsgesellschaften (5,26 Euro je m²).

Mit 3.980 Mitgliedern, 3.607 Wohnungen sowie 359.764 m² Grund und Boden ist die WBG eine der größten Wohnungsbaugenossenschaften in Thüringen. Die Vermietungsquote lag im Jahr 2021 bei 94,6 %. 10,1 Mio. Euro investierte die WBG 2021 in ihren Bestand.

„Diese Investitionen können sich sehen lassen.“ Frau Held zeigte und erläuterte die Schwerpunkte, die im vergangenen Jahr der Bau neuer Aufzüge, die energetische Innensanierung, Fassadensanierungen, Balkonvorbauten sowie der Neubau des Kindergartens „Fischerboot“ waren.

Auch in den nächsten fünf Jahren hat die WBG Großes vor. Geplant sind Investitionen im Gesamtumfang von 51,4 Mio. Euro. Die WBG steht immer noch in den Startlöchern, um mit dem Neubau „Schortehof“ zu beginnen. Gleichzeitig will sie in erneuerbare Energien, weitere barrierefreie Hauszugänge sowie moderne Wohnungsgrundrisse investieren.

Frau Weiß berichtete zu Handlungen und Schwerpunkten der Aufgaben und Tätigkeiten des Aufsichtsrates. Besonderes Augenmerk lag darauf, die Wohnqualität der Mitglieder bei bezahlbaren Mieten zu sichern und die gute wirtschaftliche Lage auch in der Zukunft zu tragen. Während der Bauausschuss explizit die Vergabe von Instandhaltungsmaßnahmen und den Neubau des Kindergartens beleuchtete, nahm der Prüfungsausschuss die Vergabe und Abrechnung der Pflegeverträge und das interne Kontrollsystem zum Jahresabschluss unter die Lupe.

Sie dankte den Aufsichtsratsmitgliedern für Ihr Engagement, sich mit aktuellen Entwicklungen in der Wohnungswirtschaft sowie Entwicklungen in der Gesetzgebung zu beschäftigen.

Herr Sattler verlas das Zusammengefasste Prüfungsergebnis. Darin attestierte der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V., Erfurt der WBG gute Zahlen und eine ordnungsgemäße Geschäftsführung. So wurden durch die Vertreter der Jahresabschluss 2021 festgestellt, eine Gewinnausschüttung beschlossen sowie Aufsichtsrat und Vorstand für 2021 entlastet.

Satzungsgemäß endete 2022 die Amtszeit von Frau Weiß. Dr. Klaus Müller, Stellvertretender Vorsitzender des WBG-Aufsichtsrates, leitet die Aufsichtsratswahl und informierte, dass sich Frau Weiß der Wiederwahl stellt. Anschließend wurde sie mit einem einstimmigen Votum von den Vertretern bestätigt.

Im Mittelpunkt der abschließenden Diskussion standen vor allem die Themen Energie, Blühwiesen und Glasfaserausbau.

Markus Wagner, Uwe Elßner und Günter Frankenberg kritisierten die witterungsbedingt „gelben“ Blühwiesen und fragten nach, ob diese prinzipiell nicht noch vergrößert werden können. Herr Sattler informierte über die Gießpaten der WBG und sagte zu, die Flächen zu vergrößern sowie insbesondere die Fläche an der Hans-Weihrach-Straße 1 bis 5 zu erneuern.

Uwe Teufel und Michael Häbler erkundigten sich nach dem Glasfaserausbau am Burgstein, Langewiesen. Hier schließt die Thüringer Netkom GmbH an. Parallel dazu erfolgt der Ausbau der Hausnetze durch die WBG.

Andreas Böhme, Volker Ohm und Uwe Teufel hatten Fragen zum Fernwärmepreis und -anschluss sowie zur Installation mietereigener Holz- und Kohleöfen. Während ein Anschluss neuer Öfen an alte Kamine technisch nicht mehr möglich ist, wäre ein Umschluss des Nahwärmenetzes in der Hanns-Eisler-Straße 1 bis 15 an die Fernwärme kurzfristig machbar.

In diesem Zusammenhang fragte Andreas Fischer nochmals detailliert nach, ob die WBG nicht verstärkt auf Photovoltaik setzen kann. Frau Held informierte, dass die Photovoltaiknutzung für den Allgemeinstrom bereits geplant und teilweise vorbereitet ist. Aktuell sind jedoch keine Bauteile verfügbar.

Dank guter Zahlen und einem positiven Votum zog Frau Weiß ein gelungenes Fazit und schloss die Vertreterversammlung.