Vertreterversammlung am 24.06.2026

Sylvia Weiß, Vorsitzende des WBG-Aufsichtsrates eröffnete die ordentliche Vertreterversammlung 2026 und konnte 43 Vertreter sowie weitere Ersatzvertreter und Gäste im „Parkcafé“ der Ilmenauer Festhalle begrüßen. Da einige neu gewählte Vertreter als Gäste zum Schnuppern kamen, war der Saal gut gefüllt.

Wie gewohnt, berichteten die beiden Vorstandsmitglieder Dorit Held und Peter Sattler über aktuelle Herausforderungen und Ziele. Die kurzfristigen Perspektiven für die deutsche Wirtschaft sind von erheblichen Verunsicherungen und Risiken geprägt. Insbesondere die rasant gestiegenen Baukosten belasten die WBG.

Es braucht kluge Investitionen. So investierte die WBG 2025 erneut 11,2 Mio. Euro in sehenswerte und nachhaltige Projekte und konnte auch 2025 mit einem Gewinn abschließen. „Dies ermöglicht es uns, allen Mitgliedern eine Dividende von 2,5 % auf ihr Geschäftsguthaben auszuzahlen.“, so Sattler.

Relativ neu ist die zunehmende Regulatorik der Vereinten Nationen und der EU für die Berücksichtigung von Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialfragen innerhalb von Unternehmen. Im Detail ist die WBG hier gut positioniert. 60 % aller Wohnungen liegen innerhalb der Energieeffizienzklasse C und besser; 90 % in D und besser. Rund 82 % der in den Wohnungen verbrauchten Energie ist klimaneutral. Die WBG-Durchschnittswohnung hat im Jahr 2025 damit 16 kg je m² CO2 emittiert.

„Unsere Investitionen können sich sehen lassen.“ Laut Frau Held stand 2025 das soziale Neubauprojekt „Schortehof“ im Fokus. Hierhin flossen 6,6 Mio. Euro. Daneben investierte die WBG in die energetische Sanierung der Bertolt-Brecht-Straße 9 bis 16 (2,0 Mio. Euro), die Barrierefreiheit der Bergrat-Voigt-Straße 9 bis 16 und der Bertolt-Brecht-Straße 11 + 12 sowie die moderne Kaltwasserversorgung der Geschwister-Scholl-Straße 4, der Heinrich-Hertz-Straße 56 bis 64 und der Humboldtstraße 38 bis 56.

Mit 5,25 Euro je m² blieb die WBG-Durchschnittsmiete stabil und lag deutlich unter dem Durchschnitt Thüringer Wohnungsgenossenschaften und kommunaler Wohnungsgesellschaften (5,75 Euro je m²). Gleiches gilt für die Heiz- und Betriebskosten, die mit 2,88 Euro je m² unter dem Thüringer Durchschnitt von 3,27 Euro je m² lagen.

„So etwas gibt es nur bei Genossenschaften“ und unsere WBG feiert in diesem Jahr das 70-jährige Besetehen.

Trotz rasant gestiegener Baukosten gibt es genug Ideen für die kommenden Jahre. Statt Neubau wollen wir bestehende Flächen nutzen und in den ungenutzten Dachgeschossen der Mittelfeldstraße 12 sowie der Steinstraße 25 neuen Wohnraum schaffen. Zusammen mit der Stadtwerke Ilmenau GmbH und der AreaCharge GmbH planen wir einen gemeinsamen
E-Ladepunkt Am Stollen 18 bis 23, welcher an die bestehende PV-Anlage angebunden werden soll.

Frau Weiß berichtete über Aufgaben und Tätigkeiten des Aufsichtsrates. Schwerpunkt waren das Förderprojekt „Schortehof“ sowie die Aktualisierungen der Satzung und der Wahlordnung. Während der Bauausschuss technische Planungen und den Bautenstand in Augenschein nahm, beleuchtete der Prüfungsausschuss den Jahresabschluss sowie das Risikomanagementsystem.

Christoph Oehlmann, Wirtschaftsprüfer informierte über das Prüfungsergebnis. Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V., Erfurt (vtw) attestierte der WBG gute Zahlen und eine ordnungsgemäße Geschäftsführung. So wurden der Jahresabschluss 2025 durch die Vertreter festgestellt, eine Gewinnausschüttung beschlossen sowie Aufsichtsrat und Vorstand entlastet.

Satzungsgemäß endeten die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder Sven Hauschild, Veronika Marquardt, Mario Schäfer und Karsten Watterott. Während Frau Marquardt nicht erneut kandidierte, stellten sich die Anderen zusammen mit Herrn Klaus-Peter Birke zur Neuwahl und wurden von der Versammlung bestätigt.

Nach der letzten Änderung der Wahlordnung aus dem Jahr 2015 und neuer genossenschaftsrechtlicher Regeln bestand Aktualisierungsbedarf. Die geänderte und aktualisierte Wahlordnung wurde beraten und beschlossen.

In der abschließenden Diskussion wies u. a. Dr. Eckhardt Ullrich auf die Problematik bei der Entsorgung von Biomüll hin; Konstanze Bergander, dass sich auch immer mehr Tauben im Stadtgebiet ansiedeln und gefüttert werden.

Fabian de Planque fragt an, wie sich die geplante, allgemeine Mieterhöhung auf die Genossenschaft auswirkt. Außerdem wurden Fragen und Hinweise zu Sicherheit und Ordnung im Wohngebiet „Am Stollen“ angesprochen.

Herr Peter Liebermann lobt das Social Media Team der WBG, welches auf Instagram und Facebook präsent ist.

Nach guten Zahlen, einer regen Diskussion und vielen Beschlüssen zog Frau Weiß ein positives Fazit und schloss die Vertreterversammlung. Beim anschließenden Empfang kamen Vertreter, Ersatzvertreter und WBG-Mitarbeiter ins Gespräch und konnten so noch individuelle Fragen klären.