Die Förderung Erneuerbarer Energien kostet einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat –
so viel wie eine Kugel Eis

(Bundesumweltminister Jürgen Trittin, 2004)

… oder wie groß muss die Kugel heute sein? Nach Angaben des BDEW Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft e.V. ist der Strompreis in den letzten Jahrzehnten fast durchgängig gestiegen. Lag er 2000 noch bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde im Bundesdurchschnitt, so sind es zwanzig Jahre später 31,81 Cent pro Kilowattstunde (Januar 2021).

Hierfür gibt es aktuell mehrere Gründe. Nach dem Corona-Lockdown hat die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufgenommen. Die gestiegene Nachfrage nach Energieträgern hat deren Börsenpreis angetrieben. Mit dem Atom- und Kohleausstieg sowie dem Ausbau Erneuerbarer Energien hat sich zudem der Energiemarkt verändert. 2021 war kein gutes Jahr für Wind und Sonne. Dem Strommarkt fehlt diese erneuerbare Energie.

Infolge des langen Winters musste Deutschland auf seine Gasspeicher zurückgreifen. Dies sowie der neue CO2-Preis treiben die „Heizkosten“ an. Die Preise für fossile Energieträger (Gas, Öl, Kohle…) steigen und steigen.

Diese Preistrends sehen wir mit Sorge. Steigende Wohnnebenkosten erhöhen die Warmmiete, so dass sich deren Anteil an den Haushaltsausgaben erhöhen wird. Auch der Deutsche Mieterbund weist darauf hin: „Ohne ein Gegensteuern der neuen Regierung droht eine Nebenkostenexplosion“.

Wir erwarten Preissteigerungen bei Strom, Wärme und Gas. Angekündigte Erhöhungen haben wir bereits in der letzten Nebenkostenabrechnung berücksichtigt und die Vorauszahlungen angepasst. Aber die Energiemärkte entwickeln sich dynamisch und von einigen Versorgern fehlen uns genaue Informationen. Bitte planen Sie Energiepreissteigerungen für sich ein.

Die Stadtwerke Ilmenau GmbH hat trotzdem schon einmal eine Einschätzung für Ihre Stromkunden abgeben können: Ein Haushalt im beliebtesten Liefervertrag, dem „Ilmstrom 12 privat“, mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 2.500 kWh im Jahr erwartet ein Preisanstieg von etwa 9 %, das entspricht
ca. 6 Euro mehr pro Monat. Damit bieten die Stadtwerke nach eigenen Worten ein günstiges Angebot, welches auch für Neukunden gilt. Bitte prüfen Sie dies. Preiserhöhungen ermöglichen i.d.R. einen Anbieterwechsel.

Für unsere Gaskunden wird es leider teurer. Hier liegen uns erste Informationen der Stadtwerke vor, nach denen der Arbeitspreis pro kWh um 40 % steigt.

Die Ilmenauer Wärmeversorgung GmbH konnte uns noch keine neuen Preise beziffern. Sobald uns genaue Preise vorliegen, werden wir auf unserer Webseite informieren.

Lichtblick für viele WBG-Mitglieder ist das Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau. Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien ist seine Fernwärme bereits heute CO2-frei und hat einen Primärenergiefaktor von 0,24. Danach zahlen sie jährlich im Durchschnitt einen CO2-Preis von 15 Euro.

Übrigens wirbt das Umweltministerium heute damit, dass „Energie, die nicht verbraucht wird, erst gar nicht erzeugt werden muss“ und somit auch nichts kostet. Daher haben wir in den letzten beiden Jahrzehnten rund 75 Mio. Euro in die energetische Sanierung unserer Gebäude investiert. Dies hat sich  ausgezahlt. Sie gehören zu den energetisch günstigsten Beständen bundesweit.

Foto: Dmytro Flisak – Adobe Stock, Negro Elkha – Adobe Stock